Smartografie - Fotografieren mit dem Handy
Von Kathleen Rodriguez
Kann ein Smartphone ein künstlerisches Werkzeug sein?
Mit dieser Frage habe ich lange gehadert.
Nicht, weil ich nicht gern mit dem Smartphone fotografiere. Im Gegenteil. Ich habe es immer getan.
Neben der Kamera. Neben allem, was in der Fotografie als richtig gilt. Das Smartphone dagegen steckt einfach in der Hosentasche. Es ist immer da. In genau den Momenten, die oft genauso schnell wieder verschwinden, wie sie auftauchen.
Trotzdem war da lange diese Unsicherheit: Zählt das überhaupt?
In der Fotografie wird das Smartphone oft belächelt. Zu einfach. Zu bequem. Nicht professionell genug. Als wäre ein Bild weniger wert, nur weil es mit einem kleinen Gerät entstanden ist.
Dabei habe ich mit dem Smartphone Bilder gemacht, die ich mit keiner anderen Kamera gemacht hätte. Nicht wegen der Technik. Sondern weil ich genau in diesem Moment hinschauen konnte.
Und vielleicht liegt genau darin die eigentliche Frage.
Entsteht ein Bild durch die Kamera oder durch den Blick?
Für mich beginnt Kunst nicht beim Werkzeug. Sie beginnt dort, wo jemand etwas sieht. Wo jemand innehält. Wo aus einem gewöhnlichen Moment etwas Bedeutungsvolles wird.