Herbstzeit ist Ausstellungszeit
Von Christian Greller
Wenn es draußen kühler wird und die Tage kürzer werden, zieht es uns wieder vermehrt zu kulturellen Highlights nach drinnen. Eine perfekte Gelegenheit für verregnete Nachmittage: Die kommenden Fotoausstellungen unserer regionalen Fotoclubs. Von großen Vereinsjubiläen über Astrofotografie bis hin zu modernen Werkschauen erwartet uns in den nächsten Monaten eine beeindruckende visuelle Vielfalt.
Hier kommen die wichtigsten Termine für euren Kalender …
Perspektiven: Ausstellung der Foto-Desperados
Von Heinz Hornik
RODING. Mit der Premieren-Ausstellung „PERSPEKTIVEN“ präsentiert die Fotogruppe Foto-Desperados erstmals eine umfassende Werkschau im Rathaus Roding. Die feierliche Vernissage findet am Samstag, den 12. September 2026, ab 14:00 Uhr statt. Alle Kunst- und Fotografiebegeisterten sowie die Bevölkerung der Region sind herzlich dazu eingeladen. Zur Eröffnung erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Sektempfang. Der Eintritt ist frei.
Gezeigt wird eine vielfältige Auswahl ausdrucksstarker Motive und unterschiedlicher fotografischer Blickwinkel. Die gezeigten Arbeiten spannen einen weiten Bogen über verschiedene Genres der Fotokunst und laden dazu ein, Bekanntes und Neues aus ungewöhnlichen Perspektiven zu entdecken.
Die Ausstellung ist im Anschluss an die Vernissage bis zum 3. Oktober 2026 während der regulären Öffnungszeiten des Rathauses Roding (Schulstraße 15, 93426 Roding) für Öffentlichkeit und Besucher zugänglich.
Oberpfalz Querfeldein
Von Harald Portele
Über Jahrzehnte hinweg trugen Teile der nördlichen Oberpfalz Namen, die heute fast wie Echos aus einer anderen Zeit klingen. „Erdäpfelpfalz“ – ein Begriff, geboren aus den endlosen Kartoffelfeldern zwischen Regensburg und Tirschenreuth. Oder „Stoapfalz“, ursprünglich eng verbunden mit dem Steinwald, später zur Beschreibung eines Bodens geworden, der steinig und karg war. Solche Worte entstanden aus einem unmittelbaren Verhältnis zur Landschaft, aus Nähe, Vertrautheit und täglicher Erfahrung. Heute verlieren diese Begriffe an Boden. Die jüngere Bevölkerung kennt sie kaum noch, und mit den Namen schwindet auch etwas von dem, was sie einst bezeichneten: eine Landschaft mit Charakter, mit Ecken und Kanten, mit einem Klang, der nur hier zu Hause war.
Dialektwörter verschwinden, regionale Eigenheiten glätten sich, und die Oberpfalz wirkt vielerorts wie ein Landstrich, der leise dabei ist, sich selbst auszuradieren. Die Globalisierung hat auch die kleineren Gemeinden erreicht. Deining, Eschenbach, Konnersreuth – sie alle gleichen immer mehr Orten überall im Land. Wirtshäuser stehen leer, Bushäuschen verlieren ihre Funktion. Wo früher Menschen zusammensaßen, begegnet man sich heute im digitalen Raum, anonymisiert und in der Sprache von Social Media.
John Cavanaugh : Cosplayfotograf
Von Sandra Stepan
John ist Amerikaner, liebt italienisches Essen, lebt in Bayern, und ist trotzdem glühender Fan von Borussia Dortmund. Das wäre die denkbar kürzeste Version seiner Biografie, würde ihm aber natürlich nicht gerecht.
Geboren in Waltham, einem Vorort von Boston, bringt John irische und britische Wurzeln mit. Gemeinsam mit seiner Frau Conny hat er zwei Söhne, inzwischen sogar einen Enkel, auf den er besonders stolz ist. Seine Pension genießt er am liebsten bei langen Waldspaziergängen, auf dem Fahrrad oder mit einem guten Buch.
Deutschland kennt John schon seit seiner Zeit bei der USArmy, in der er mehrfach hier stationiert war. 1998 entschied er sich endgültig für die bayerische Oberpfalz als neue Heimat. Bereits während seines Militärdienstes arbeitete er als Combat-Fotograf und Fotolaborant. Die Kamera war also von Anfang an sein ständiger Begleiter. Heute jedoch hat er sich ganz anderen fotografischen Feldern zugewandt.